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Freitag, Januar 21, 2005

Gesichtwahren!

Mit dem Verhalten eines Thai unzufrieden zu sein, ist Ausgangspunkt für eine Übung der Selbstbeherrschung, mit dem Ziel ,sein Ego nicht allzu ernst zu nehmen. Nicht zu bekommen was man erwartet hat, gibt einem noch lange nicht das Recht zu glauben, man habe auf irgend etwas wirklich einen Anspruch. Mit Wut und Aggression seinen vermeintlichen Anspruch einzufordern, würde in Thailand nichts, außer Lächeln bewirken, mit dem Nebeneffekt das es auch keine Beziehung mehr gibt. Wie aber trotzdem zu seinem Ziel gelangen, daß der gute Thai tut was ich von ihm wünsche? Erst mal seinen eigenen Ärger anschauen und sich fragen warum ärgere ich mich eigentlich. Dann sich fragen, was kann ich tun um weiter zu kommen. Wie kann ich eine Alternative finden, wenn die jetzige Situation nur noch unproduktiv ist? Das ist in einer konkreten Situation schwer hinzubekommen. Aber danach, mit etwas zeitlichem Abstand, funktioniert es sehr gut. Also erst mal die Form wahren und freundlich bleiben. Der Thai spürt genau, daß mir etwas nicht passt, erhält aber auch die Gelegenheit sein Gesicht zu wahren, und kann seinerseits wenn er noch ein Interesse an der Beziehung (Geld?) hat, nach Lösungen suchen. Man vereinbart ein neues Treffen in einigen Tagen und geht möglichts mit "kaltem Herz" in die Begegnung. Die Alternativkonzepte im Gepäck, kann dann eine neue Situation entstehen, wo beide Seiten viel leichter zu einem guten Ergebnis kommen. Es geht dabei nicht darum sich unterbuttern zu lassen, oder zu allem Ja und Amen zu sagen, es geht um Handlungen zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Wir Deutschen lernen früh die Ellenbogen einzusetzen, und der ist ein toller Hecht, der den Anderen richtig runterputzt, wenn was schief geht. Aber mit feinem Gespühr für den Anderen hat das nichts zu tun. Andererseits ist die Mehrschichtigkeit der Kommunikation in Thailand für uns Farang ein Problem, weil wir auf klare Fragen auf der einen Ebene die Antwort dazu auf einer anderen Ebene erhalten.

Ich übe also fleißig weiter, bleibe heiter.
Das kommt meinem Wassermannnaturell entgegen:
Die andern sind anders und ich bins auch, was solls.
Hauptsache: Mitgefühl, Überneigenentellerrandgucken, Lachen und den Kopf benutzen.
Mindheart eben.

1 Comments:

Blogger RR said...

Die Vielschichtigkeit ist ganz schön anstrengend...gab'S einen konkreten Anlass?

2:46 PM

 

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