Me WE

Freitag, Januar 28, 2005

E.A.(PoeSie), muss das sein?

Sichtschicht

Wenn es langsam dunkel wird,
und die Sicht nach innen geht,
viel zu viel nach Flucht aussieht,
Deine Augen Brille schreien,
und Dein Geist Befreiung meint,
dann freu Dich auf ein:
Wiedersehen.


Das erste Mal

Ich war noch nie ein anderer,
und doch so oft nicht ich!
Wer bin ich dann?
Ich war noch nie, und werd es auch nicht sein.
Zum ersten Mal: Ich bin, und das
reicht alle Mal!

Dienstag, Januar 25, 2005

Reihenhaussingle.

In meiner typisch deutschen Reihenhaussiedlung ohne deutsche Sekundärmerkmale wie, Sauberkeitsgrünanlagenwahn, vorfriedhofliche Ruhezeiten, und Territorialparanoia leben reine Thai-, gemischte Thai-Brit-, Thai-Däne- und Thai-Alien- und ein Single-Haushalt. Thai=Frau, der Rest ist zu 99% FarangMann, Haushalt= meist, nicht immer Kinder aus anderen Ehen, weil sehen nie eurasisch aus. (Igitt wie das klingt)
Ach so, der Single das bin ich. Also ich werde immer wieder gefragt wo meine Frau, meine Kinder, meine Enkel, meine Großmutter, mein Großvater, der Urgroßvater, der Ururgroßvater usw. sind.
Manche sind im Himmel, manche leben, andere sind nie auf die Welt gekommen, aber alle sind glücklich, nur wohnen sie halt nicht in meinem Haus.

Der Blick wird unergründlich, mein Gegenüber schaut ungläubig, prüft meine Worte, sieht kein Mördergesicht, aber wieso lebt er alleine???
Unvorstellbar in Thailand, außer bei Einzelhaft für politische Gefangene und Psychopathen mit kanibalistischen Vorlieben.
Ich glaub ich will doch noch irgendwann Kinder haben, damit die Leute gut über mich denken. Andererseits: Papa warum wackelst Du so mit den Händen? Oh das ist der Rhythmus des Alters, heißt auch Parkinsonjazz mein Kind.
PS: ich habe heute wirklich gute Laune.

Montag, Januar 24, 2005

HHH Nachlese und Offlinesein

Fabio und ein angekränkter Ebi waren beim HHH Run. Patrick hat gekniffen!!!! Ich bin nicht mitgelaufen, weil ich immer noch die Schlappitis habe, und schon alleine beim Rumstehen müde wurde. Egal, ich hatte auch nur eine Kokos-Schale Bier getrunken , und fühlte mich trotzdem besoffen, alleine vom Zugucken.
Was soll ich sagen, läufst du nicht mit, fehlt was, und man fühlt sich selber fehl am Platze. In 14 Tagen laufe ich mit. Ist ne gute Fitnessübeung.

Heute Offline, ja offline, das gibts noch. Mehr sag ich nicht, aber:
Ansonsten kann ich mich nur dem Kollegen Patrick anschließen und seine Geschichte damit ergänzen, daß in unserer Abwesenheit der Firmenaccount umgestellt worden ist.(Die Bezeichnung Kollege hab ich von den beiden Kollegen übernommen, ich sage sonst nie Kollege, klingt doof, aber für die beiden übernehme ich das jetzt mal und mach sie zu Kollegen, dabei sind wir gar keine Kollegen.) Wir haben ohne es zu wissen nun einen account der 45 Tage läuft, und genau diese 45 Tage waren heute abgelaufen. HMMM wie geht sowas? Mein Freund Harald hatte für seine Urlaubszeit unser Büro benutzt, und man hatte Ihm dafür diesen Account eingerichtet. Schwupps hatte unit 202 nun diesen Account auch. Kompliziert? Ach was eben Thailand. Ich werde also meine Kanäle nutzen, und wieder den vorherigen Account zurückerobern und alles freundlich und immer mit einem Lächeln.
Ansonsten war ich gestern abend (Sonntagabend) um 21:45 bei Tesco einkaufen. Das ist ein eigenartig fremdes Gefühl gewesen, aber man gewöhnt sich dran. Ich hab jetzt auch die Möglichkeit meine Hütte zum Schwingen zum bringen, (hab ne Stereoanlage gekauft) mit meinen Tönen, Krach, Lärm, Musik, egal: ES STÖRT KEINEN! Das ist Freiheit, oh wie ich das liebe. Ansonsten Leute esst Obst in Thailand, es schmeckt jenseits von dem was ich in Deutschland erlebt habe, einfach himmlisch. Annanas bei uns erinnert dagegen an Hollandtomaten.
So jetzt ist Montagabend, ich hab einen Annanasbauch, weil ich gleich eine halbe davon zu Saft gemixt habe, und einfach den ganzen Pot trinken mußte. Ich werd jetzt mit drei Büchern vom Inselbookshop Richtung Couch mopedden, und eventuell nochmal bei KOKO/BERND vorbeischauen, was für unsere Connectivity tun.

Freitag, Januar 21, 2005

Wochenende steht an!

Morgen, werden meine Kollegen mit dem eigentümlichen Humor der Hash House Harrier bekannt gemacht. Es geht um eine Schnitzeljagd bei Sauhitze durch Gebiete von Samui, die man angeblich seltener erreicht. Stimmt, ich kann das bestätigen, weil ich schon mal mitgelaufen bin. Das Problem dabei ist nur, daß ein Mensch in meinem Alter und mit meiner Kondition, nach 10 Minuten Urwaldgerenne eine eingeschränkte Wahrnehmung für die Pracht der Natur bekommt. Später dann merkt man, daß man wo war wo man selten ist: kurz vorm Umfallen. Dagegen haben die HHH ein Regelwerk britischer Kolonialmilitärcouleur entwickelt, das als Hauptregel die Regellosigkeit propagiert. Da müssen Mitläufer Perücken tragen, haben eine Klobrille als Halskette und müssen bei schwersten Vergehen auf Eisblöcken mit nacktem Hintern sitzen, und vielerlei mehr Skuriles. Nach dem feierlichen Abschluß der ersten Rituale nach dem Run geht es dann zum Red FoxII, dem Headquarter von HHH auf Samui. Dort wird dann gegrillt und weiter getrunken. Oh ich vergaß, Bier ist ein intergraler Regelbestandteil, der nicht frei definierbar ist. Antialkoholiker müssen stattdessen litterweise Wasser trinken, was ja auch von allen Medizienern für Superwarmgegenden empfohlen wird. Manchmal kommen Abordnungen von HHH aus anderen Ländern zum Run nach Samui, die aber dann schnell im Barviertel verschwinden nachdem sie sich gestärkt haben.
Na ja mal sehen wie es morgen wird. Ich bin auf die Berichte der Kollegen gespannt so von wegen Generationsunterschiede, hihihi.

Gesichtwahren!

Mit dem Verhalten eines Thai unzufrieden zu sein, ist Ausgangspunkt für eine Übung der Selbstbeherrschung, mit dem Ziel ,sein Ego nicht allzu ernst zu nehmen. Nicht zu bekommen was man erwartet hat, gibt einem noch lange nicht das Recht zu glauben, man habe auf irgend etwas wirklich einen Anspruch. Mit Wut und Aggression seinen vermeintlichen Anspruch einzufordern, würde in Thailand nichts, außer Lächeln bewirken, mit dem Nebeneffekt das es auch keine Beziehung mehr gibt. Wie aber trotzdem zu seinem Ziel gelangen, daß der gute Thai tut was ich von ihm wünsche? Erst mal seinen eigenen Ärger anschauen und sich fragen warum ärgere ich mich eigentlich. Dann sich fragen, was kann ich tun um weiter zu kommen. Wie kann ich eine Alternative finden, wenn die jetzige Situation nur noch unproduktiv ist? Das ist in einer konkreten Situation schwer hinzubekommen. Aber danach, mit etwas zeitlichem Abstand, funktioniert es sehr gut. Also erst mal die Form wahren und freundlich bleiben. Der Thai spürt genau, daß mir etwas nicht passt, erhält aber auch die Gelegenheit sein Gesicht zu wahren, und kann seinerseits wenn er noch ein Interesse an der Beziehung (Geld?) hat, nach Lösungen suchen. Man vereinbart ein neues Treffen in einigen Tagen und geht möglichts mit "kaltem Herz" in die Begegnung. Die Alternativkonzepte im Gepäck, kann dann eine neue Situation entstehen, wo beide Seiten viel leichter zu einem guten Ergebnis kommen. Es geht dabei nicht darum sich unterbuttern zu lassen, oder zu allem Ja und Amen zu sagen, es geht um Handlungen zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Wir Deutschen lernen früh die Ellenbogen einzusetzen, und der ist ein toller Hecht, der den Anderen richtig runterputzt, wenn was schief geht. Aber mit feinem Gespühr für den Anderen hat das nichts zu tun. Andererseits ist die Mehrschichtigkeit der Kommunikation in Thailand für uns Farang ein Problem, weil wir auf klare Fragen auf der einen Ebene die Antwort dazu auf einer anderen Ebene erhalten.

Ich übe also fleißig weiter, bleibe heiter.
Das kommt meinem Wassermannnaturell entgegen:
Die andern sind anders und ich bins auch, was solls.
Hauptsache: Mitgefühl, Überneigenentellerrandgucken, Lachen und den Kopf benutzen.
Mindheart eben.

Montag, Januar 17, 2005

Die zweite Woche in Samui.

So, wenn man mit bestimmten Zeitmaßen sein Leben einteilen möchte, dann bieten sich
ja Tage, Wochen etc. an. Hier also mal was mit Wochenbezug:
Nach einer Woche schlafe ich längst normal (was das auch immer ist). Ich habe immer noch keine einschlägige Bar besucht, weil ich viel zu romantisch bin, und auch noch Beatlessongs gehört habe. Ich war im Meer und das hat mich nicht an sich rangelassen. Nach zwei Durchgängen war ich fix und alle; ich habe heute noch Muskelkater, weil: die Brandung ist im Januar extrem, so 2-3 Meterwellen, und in kurzen Intervallen angerollt, verschlägt einem das schon mal die Beine, und Salzwasser war noch nie mein Lieblingsgetränk.
Ich habe immer noch vor täglich schwimmen zu gehen (vor der Arbeit), obwohl alle expats nur gelacht haben, die waren teilweise schon ein Jahr nicht mehr schwimmen. Ich suche noch eine geeignete Nahstelle zum Haus, wo ich rumpaddeln kann. Am Freitag war meine Gastgeberrolle für Fabio und Patrick abgelaufen, so hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit ungestört Kontakt zu den Hausgeistern aufzunehmen. Wir mögen uns, und anders als in Berlin sind es nur nette, freundliche Geister die mich gerne nach Hause kommen lassen ( Danke an Patrick, der mir geholfen hat, nachhausekommen in die neue Rechtschreibform zu bringen) Kommas interessieren mich immer noch nicht, ich finde Kommas weder sexy noch sonstwas.
Also hab ich erst mal alles eingeräumt was in mein Arbeits-Spielzimmer gehört; ja ich will dort spielen: Gitarre, Gitarre und nochmals Gitarre. Ich verliebe mich gerade wieder ins Üben, es macht großen Spaß und ich habe sogar Disziplin dabei, und lerne Sitereading. (Mein Gott bin ich da noch schlecht, aber ich hab die Ruhe es zu lernen.) Überhaupt hab ich einen Supertipp für alle, die angeblich zu wenig Zeit für etwas haben, und einen Fernseher betreiben: ABSCHAFFEN, es wirkt Wunder. Ich habe leider noch keinen geeigneten HIFI Amp ( für alle Fachleute, ich mach die Gitarrensounds mit Amp-Modeling.) gefunden, damit ich richtig laut rocken kann, denn merke: ich hab keinen Mieter über oder unter mir, nur nebenan im Haus hängen zwei Ficktouristen rum. Ficktouristen sind grauhaarige Schlabbersäcke, die altersgeil von kleinen Thaifrauen ausgenommen werden. Übrigens hab ich nix gegen diese Typen, aber ich war noch nie bei einer Prostituierten und hab bei Sex gegen Bezahlung ein komisches Gefühl. (Ich bin ausgetretener Kathole). Sollte ich die Erfahrung machen, daß ich ein Vorurteil gehabt habe, werde ich es Euch wissen lassen.
Zurück zum unwichtigen Wesentlichen: Musik. Mein Haus ist der richtige Ort für Musik und mich. Das Wohnzimmer hat die richtige Akkustik für Akkustikgitarre und ich kann rumdaddeln ohne zu stören.
Alles weitere ist schnell aufgezählt: Ich geh abends öfter mal zu Bernd und Koko, ich langweile mich nicht wenn ich nix besonderes tue, ich fahr leidenschaftlich gerne Moped; gestern hab ich dabei den iPod mitgehabt und hab Rockmusik (Steve Vai) gehört, das ist kaum zu toppen, wenn bei bestimmten Songs die Welt drumrum stimmig wird. Ich werde meinen Anzug nach Hause bringen, ich brauche noch viel DIESUNDDAS fürs Haus, und eigentlich gehts mir richtig gut.
Ich werde jetzt keinen Schluß bauen, sondern diesen Eintrag ganz abrupt bee.....




Mittwoch, Januar 12, 2005

Sprung in der Zeit und nicht in der Schüssel !

Nun ja das Alter, die genetische Konditionierung oder einfach der Zufall, spielen mir derzeit Streiche mit meiner inneren Uhr. Ach Quatsch, das nennt man Jet Lag. Folge, ich lag gestern nacht nach nur 2 Stunden Schlaf für 4 Stunden wach. Gedanken kamen und gingen, mal bedrohlich, mal schön bis schöner, und am Ende schlief ich endlich ein mit einem Gefühl, wieder so einiges bearbeitet zu haben. Das hat mir Spaß gemacht. Warum? Nun weil ich wieder mal erleben konnte, daß manche Gedanken nur kleine Quälgeistervasallen des Unterbewußten sind, die ich nun wirklich nicht mehr ernst nehmen muß. Aber auch die schönen Gedanken haben mich nicht schlafen lassen, was mich wiederum gelehrt hat, auch diese nicht zu ernst zu nehmen. Und irgendwo in der Mitte zwischen beiden Polen liegt die Ruhe die ich so gerne habe.

Leider war ich heute durch den Schlafentzug so somnabul justiert, daß ich erst nach einem Mittagschläfchen zu diesem Eintrag fähig wurde.
Life is good (bitte mit gedachtem Thaiakzent aussprechen)


Insulaner!

Seit Sonntag lebe ich auf Samui. Ich werde nun in zeitlich größeren Abständen über
das berichten was mit mir als expat passiert, wie ich mich wohin verändere, und
warum ich nachwievor glaube hier richtig zu sein.

Donnerstag, Januar 06, 2005

Wie ich Pazifist wurde.

Was ich will, das kann ich oft nicht kriegen.
Was ich einfach kriegen kann, das will ich nicht.
Es ist ein Jammer mit dem Kriegen,
kann mich nur selbst besiegen
und rate deshalb ab von Kriegen.

Montag, Januar 03, 2005

Letzte Woche in Berlin.

Die Schmetterlinge flattern langsam aber sicher heftiger.
In meinem Bauch macht sich eine leichte Stimmung breit.
Ich beginne sowas wie Abschied zu nehmen, und schaue
die alltäglichen Dinge meiner Umgebung anders an.
Ich entscheide was wichtig für den begrenzten Platz
im Koffer ist.
Ich sehe Freunde für lange Zeit zum letzten mal.
Eigenartig ist das alles, spannend und halt etwas
aufwühlend.
Es ist halt mehr als eine Reise, es gibt nur einen Hinflug
und dann lebe ich plötzlich wo ganz anders.
Ich wandere aus- ,ein in eine neue Welt.
Ist das spannend!